Im Publikum saßen mehrere Klassen aus dem sozialpädagogischen Bereich. Zwischen Lachen und Nachdenken ging es um Akzeptanz, Ausgrenzung und den offenen Umgang mit Sexualität.
Wie spricht man über Homosexualität, ohne dass es trocken oder belehrend wirkt? Deutschlands erster und einziger „Homologie-Lehrer“ Malte Anders zeigte es den Schülerinnen und Schülern der Beruflichen Schulen (Klassen 10BFE, 10BFS1, 11HBS1 und 11HBS2) auf eindrucksvolle Weise. Rund 40 Minuten lang verwandelte er das Forum in ein kabarettistisches Klassenzimmer, das Unterhaltung mit klarer Haltung verband.
Entlang bekannter Schulfächer nahm Malte Anders sein Publikum mit auf eine Reise durch das Thema Vielfalt: Im Fach Biologie etwa erläuterte er humorvoll Phänomene der Homosexualität im Tierreich und räumte mit dem Vorurteil auf, Gleichgeschlechtlichkeit sei „unnatürlich“. In Erdkunde wurde der Ton ernster. Im weltweiten Vergleich zeigte er die drastischen Unterschiede auf – von der Androhung der Todesstrafe in Ländern wie Nigeria bis hin zur liberalen Gesetzgebung in den Niederlanden.
Im Anschluss an den Bühnenauftritt folgte ein intensiver Austausch. Über anonym ausgefüllte Zettel konnten die Jugendlichen Fragen stellen, die ihnen auf dem Herzen lagen: „Wann hast du gemerkt, dass du schwul bist?“ oder „Was ist das Schlimmste, das jemand mal zu dir gesagt hat?“ Malte Anders begegnete auch expliziten und direkten Fragen extrem souverän, persönlich, humorvoll und selbstbewusst. Er machte deutlich, wie er persönlich mit Kritik und Ablehnung umgeht: „Wenn mich jemand beleidigt, habe nicht ich ein Problem, sondern derjenige, der mich offenbar nicht aushält.“ Gleichzeitig zog er klare Grenzen. Auf die Frage nach extremen Anfeindungen berichtete er offen, dass ihn nach Auftritten auch schon Morddrohungen erreicht hätten. In solchen Fällen verstehe er keinen Spaß: Solche Vorfälle bringe er konsequent zur Anzeige, und die Polizei kümmere sich darum.
Für die Schülerinnen und Schüler aus dem sozialpädagogischen Bereich hatte die Veranstaltung einen besonderen Wert. Als zukünftige Fachkräfte im sozialen Sektor ist es für die Schülerinnen und Schüler essenziell zu lernen, wie man offen, professionell und ohne Berührungsängste über Sexualität und geschlechtliche Identität spricht.
Dass es im Vorfeld oder Umfeld solcher Schulbesuche gelegentlich zu Elternbeschwerden wegen angeblicher „Indoktrination“ kommt, sieht der Kabarettist gelassen – und erst recht als Ansporn. Gerade weil das Thema nach wie vor mit Vorurteilen behaftet ist, sei Aufklärung an Schulen unverzichtbar. Mit „Homologie“ bewies er an den BSG einmal mehr, dass Humor die beste Brücke ist, um Vorurteile abzubauen und gegenseitigen Respekt zu fördern.