Die Vermessung der Welt

Literaturverfilmung 2012 - Regie: Detlev Buck

Im Deutsch-Unterricht hatten sich alle SchülerInnen der Jahrgangsstufe 12 der Fachoberschule (FOS) mit dem Buch Die Vermessung der Welt von Daniel Kehlmann beschäftigt.

Im Deutsch-Unterricht hatten sich alle SchülerInnen der Jahrgangsstufe 12 der Fachoberschule (FOS) mit dem Buch Die Vermessung der Welt von Daniel Kehlmann beschäftigt. Nach der Lektüre und Interpretation des Buches haben sich dann die ca. 150 SchülerInnen und LehrerInnen gemeinsam die Verfilmung des Buches in einer Sondervorstellung im Fantasia Filmtheater in Bad Nauheim angeschaut.

Nach der Lektüre und Interpretation des Buches haben sich dann die 150 SchülerInnen und LehrerInnen gemeinsam die Verfilmung des Buches in einer Sondervorstellung im Fantasia Filmtheater in Bad Nauheim angeschaut.

Das Buch "Die Vermessung der Welt" - Daniel Kehlmann

Das Buch beschreibt die Lebensgeschichten der deutschen Wissenschaftler Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt. Nach der Lektüre und Interpretation des Buches waren sich die SchülerInnen der 12FOW2 einig, dass dieses Buch keinesfalls ein großes Buch, ein genialer Streich ist, wie es die Frankfurter Rundschau behauptet. Was die SchülerInnen der 12FOW2 von dem Buch halten, könnt ihr hier nachlesen: Rezension des Buches "Die Vermessung der Welt" von Daniel Kehlmann.

Gedämpfte Erwartungen an den Film

Die SchülerInnen der 12FOW2 sind also mit gedämpften Erwartungen in den Film gegangen und wurden auch leider keines Besseren belehrt. Der Film erstreckt sich über eine "Ewigkeit von 124 Filmminuten" (SPIEGEL online) und bietet im Vergleich zum Buch eine eher "dünne Story" (SPIEGEL online) mit teilweise schönen Aufnahmen.

Dünne Handlung

Der Film beginnt, anders als das Buch, nicht mit den Biographien der beiden Helden, was bei den Lesern des Buches erst einmal für Verwirrung sorgt und den Einstieg in die Handlung des Films erschwert. Alle, die das Buch nicht gelesen haben, werden dieses Problem natürlich so nicht haben.

Die Entwicklung der beiden jungen Wissenschaftler und damit die Motive für ihre "Besessenheit" von Wissenschaft sind dadurch aber nur in einer stark abgespeckten Form im Film wiederzufinden. So werden dem Zuschauer wichtige Elemente der Handlung des Buches vorenthalten, z. B. Alexander von Humboldts angespanntes Verhältnis zu seinem Bruder Wilhelm und damit seine Motive, später die Welt als Wissenschaftler ganz neuer Art zu bereisen.

"Reich der Toten" im Kleinformat

Der Film wurde u. a. in Österreich und Deutschland produziert und es scheint, als ob nur ein kleines Budget für die Produktion mancher Szenen zur Verfügung stand. Ein großer Teil ging wohl für den Transport der 3D-Ausstattung drauf.

Dies fiel der Klasse z. B. bei einer Szene auf, in der Humboldt und sein Assistent Bonpland die "Höhle der Nachtvögel" im tiefsten südamerikanischen Dschungel betreten. Im Buch ist jene Höhle gigantisch, dunkel, Angst einflössend und als das Reich der Toten beschrieben. Im Film dagegen ist sie nichts weiter als eine kleine helle Öffnung in einem Berg, bei der man den Eindruck hat, dass hier täglich deutsche oder österreichische Schulklassen auf ihrer Klassenfahrt vorbeikommen, um mal in einer s. g. "Höhle" gewesen zu sein.

Bei vielen Szenen hat man den Eindruck, dass sie so gefilmt wurden, damit sich der Einsatz der 3D-Ausstattung "rechnet", z. B. die viel zu lange Szene Gauß beim Zahnarzt.

Schöne Bilder - gute Musik - professionelle Kamera

In vielen Szenen steckt große Liebe zum historischen Detail. Durch die historischen Kostüme und den bis unter die Decke ausstaffierten, goldgeschmückten und mit vielen Kerzen erleuchteten Raum des Herzogs, der dem jungen Gauß befiehlt "Rechne was!", fühlt man sich direkt ins feudale 19. Jahrhundert versetzt. (s. o. Trailer)

Durch die detailgetreue Darstellung konnten sich viele SchülerInnen unserer Klasse Szenen des Buches besser vorstellen und auch der Bezug zur damaligen Zeit wurde klarer. Gauß muss während seiner Schulzeit wirklich sehr gelitten haben: "Der Lehrer in der Schule hieß Büttner und prügelte gern." - Aus diesem dürren Satz im Buch wird im Film eine sehr eindringliche Szene.

Die schöne musikalische Untermalung vieler Szenen und die professionelle und moderne Kameratechnik sind bemerkenswert.

Fazit

Wer sich für die Zeit des 19. Jahrhunderts und die Geschichte von Gauß oder Humboldt interessiert, wird wohl seine Freude mit dem Film haben. Der wird auch den vermeintlichen Humor erkennen, von dem immerzu in anderen Kritiken gesprochen wird, der aber eher an Bauerntheater (der Freitag) erinnert. Liebhaber von schönen Bildern, guter Filmmusik und professioneller Kameratechnik dürften auch auf ihre Kosten kommen.

Alle anderen, die einen Film für einen Abend mit Freunden oder zur Unterhaltung suchen, werden mit Die Vermessung der Welt unter der Regie von Detlev Buck nicht glücklich werden.

April 2013

Sven Bingel für die 12FOW2

Was andere von dieser Literaturverfilmung halten: www.film-zeit.de

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