Zivilcourage - Weggeschaut ist mitgemacht

Testet eure Zivilcourage. Lest den Bericht und die Analyse der SchülerInnen der 11HBB, die an diesem Workshop teilgenommen haben. Es ging um folgende Themen:

  • Alkohol und Gewalt
  • Drogen an Schulen
  • Schüler klauen Mitschülern Handys
  • Ladendiebstahl

Zu jedem Thema wurde ein Kurzfilm gezeigt. Anschließend wurden Vorschläge gemacht, wie man seinen MitschülerInnen und FreundInnen in kniffligen und gefährlichen Situationen helfen kann. Was hättet ihr gemacht?

Betrunkener Jugendlicher verprügelt Passanten

Situation: In dem ersten Kurzfilm geht es um Jugendliche, die in einem Park auf einem Spielplatz ein bisschen Party machen und dabei auch alkoholische Getränke konsumieren. Die Stimmung ist gut, bis Daniel die Kontrolle verliert, er hat zu viel getrunken. Er verlässt die Gruppe, randaliert auf dem Weg zu einer Bushaltestelle und legt sich mit einem etwas älteren Mann an, der ihn beruhigen will.

Konflikt: Patrick, ein anderer Jugendlicher der Gruppe, folgt Daniel und beobachtet die Szene.

Frage: Was würdest du an der Stelle von Patrick machen?

Lösungsmöglichkeiten (empfohlene Lösung hervorgehoben):

  1. Ich schaue weg und mache gar nichts.    
  2. Ich versuche selbst, den betrunkenen Daniel von dem Mann wegzuziehen.
  3. Ich hole die Clique, um Daniel gemeinsam zu stoppen.

Fazit: Realistischer Film, aber die empfohlene Lösung 3 ist unrealisitisch. Sicher wäre es am besten, wenn die Clique gemeinsam ihren betrunkenen Freund Daniel beruhigt. Bis Patrick aber alle zur Bushaltestelle geholt hat, ist es längst zu spät. Besser wäre es, wenn die Clique es erst gar nicht so weit kommen lässt, dass der betrunkene und offensichtlich aggressive Freund sich in so kurzer Zeit so weit von der Gruppe entfernen kann.

Drogendealer auf dem Schulhof

Situation: In dem zweiten Kurzfilm geht es um einen Drogendelikt. Tom und Silvia, ein Pärchen, schlendern über den Schulhof.

Konflikt: Tom sieht plötzlich, wie ein Mitschüler auf dem Schulhof Drogen verkauft.

Frage: Was würdest du an der Stelle von Tom machen?

Lösungsmöglichkeiten (empfohlene Lösung hervorgehoben):

  1. Ich mache gar nichts, stelle mir aber vor, dass meine Freundin Silvia vielleicht auch einmal Drogen kauft.    
  2. Ich stelle den Drogendealer zur Rede und werde von ihm mit einem Messer bedroht.
  3. Ich weiß, dass ich allein nichts ausrichten kann und informiere meinen Vertrauenslehrer.

Fazit: Auch diese Situation ist sehr realistisch. Leider ist es aber auch so, dass die Toms des wirklichen Lebens zur Lösung 1 neigen und die Klappe halten. Dealern das Handwerk zu legen ist sicherlich sinnvoll, am wichtigsten sind aus unserer Sicht aber die Konsumenten, die muss man davon überzeugen, dass sie sich mit Drogenkonsum keinen Gefallen tun.

Schüler nimmt jüngerem Mitschüler Handy weg

Situation: In dem dritten Kurzfilm will ein Schüler einem jüngeren Mitschüler dessen Handy wegnehmen.

Konflikt: Der Schüler Konstantin, dessen drei Freunde in der Nähe sind, wird Zeuge dieser Rangelei.

Frage: Was würdest du an der Stelle von Konstantin machen?

Lösungsmöglichkeiten (empfohlene Lösung hervorgehoben):

  1. Ich schaue weg und gehe vorbei, mache mich dadurch aber der unterlassenen Hilfeleistung schuldig.    
  2. Ich rufe sofort die Polizei, der ältere Schüler verprügelt den jüngeren Schüler daraufhin plötzlich mit einem Stock und verletzt ihn sehr schwer.
  3. Ich hole meine Freunde zu Hilfe und rufe dabei die Polizei. Der ältere Schüler lässt von dem jüngeren angesichts der Übermacht ab und haut ab.

Fazit: Auch dieser Film ist sehr nah an der Realität. Die Lösung 2 klingt jedoch sehr an den Haaren herbeigezogen, in Wirklichkeit würde die Situation niemals so schlimm eskalieren.

Ladendiebstahl

Situation: In dem letzten Kurzfilm geht es um einen Ladendiebstahl. Die Freundinnen Melanie und Sina sind in einer Boutique und sehen eine schöne, aber relativ teure Kette. Sina möchte diese Kette unbedingt haben. Als Melanie wegschaut, steckt Sina die Kette unbeobachtet in ihre Tasche.

Konflikt: Melanie bekommt dies aber mit

Frage: Was würdest du an der Stelle von Melanie machen?

Lösungsmöglichkeiten (empfohlene Lösung hervorgehoben):

  1. Ich sage nichts, Sina wird nicht erwischt und das führt aber in der Konsequenz dazu, dass sie letztendlich Diebstähle in Tateinheit mit Körperverletzung begeht.
  2. Ich sage es später. Daraufhin werden wir beide des Ladendiebstahls verdächtigt.
  3. Ich spreche Sina an und sie hängt die Kette zurück.

Fazit: Auch hier wieder eine realistische Situation, die Lösung 1 ist jedoch mal wieder stark übertrieben. Lösung 3: Es könnte alles so schön sein ...

Gesamtfazit: In den Filmen werden zwar realistische Situationen dargestellt, die Lösungen sind aber oft unrealistisch und übertrieben. Dadurch werden die Filme teilweise unglaubwürdig. Als Publikum fühlt man sich über weite Strecken nicht ernst genommen, jedenfalls die "älteren" SchülerInnen.

Verbesserungsvorschlag: Nächstes Mal die Situationen in Rollenspielen vorstellen und gemeinsam realistische Lösungswege erarbeiten.

Wenn ihr euch die vorgestellten Filme einmal selbst anschauen wollt, hier findet ihr sie im Internet: Zivilcourage - Weggeschaut ist mitgemacht

Tipp für den Unterricht: Dort gibt es auch ein Begleitheft mit weiteren Anregungen zur Diskussion im Unterricht.

Madeleine Fischer, Fabian Droste, Anthony Schmitt für die 11HBB

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