Tag der Menschenrechte und Nachhaltigkeit an den BSG

Gegen Alltagsrassismus und Vorurteile

Zum dritten Mal begingen die Beruflichen Schulen am Gradierwerk Bad Nauheim (BSG) der Tag der Menschenrechte und Nachhaltigkeit am 10. Dezember. Mehr als 50 Veranstaltungen - Vorträge, Workshops, Filmvorführungen, Ausstellungen, Gesprächsrunden, Planspiele und Mitmach-Theater - hatte das Interkulturelle Team organisiert. Hunderte Lernende der BSG nutzten gemeinsam mit ihren Lehrkräften die Gelegenheit, sich Gedanken zu machen über die elementaren Rechte aller Menschen auf unserem Planeten. Eng damit verknüpft ist der Gedanke der Nachhaltigkeit, ist es doch gerade die Lebensweise der entwickelten Länder, die den Klimawandel mitverursacht. Millionen Klimaflüchtlinge, die in die reicheren Regionen der Welt drängen, sind die Folge.

Im Vorfeld konnten Lehrkräfte mit ihren Klassen aus einer Vielzahl von Angeboten wählen. Zum Beispiel den Workshop Alltagsrassismus, in dem 13- bis 14-jährige Schüler der Mittelstufenschule merkten, dass es auch in scheinbar ganz alltäglichen Situationen um Menschenrechte geht. Yanni Fischer, Hessenkoordinator der Initiative Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage (SOR-SMC), zeigte, dass auch harmlos gemeinte Fragen das Gegenüber ausgrenzen und Vorurteile bestärken können.

In einem weiteren Projekt hatten sich Schülerinnen und Schüler im Religions- und Politikunterricht mit den Menschenrechten beschäftigt und stellten Gleichaltrigen die einzelnen Artikel an praktischen Beispielen vor.

Der aus Afghanistan geflüchtete Schüler Amir sprach vor anderen Lernenden über seine Flucht, die

Geschichte und die aktuelle Situation in seinem Heimatland.

In der Ausstellung „Verschaff mir Recht“ konnten Besucher etwas über die Schicksale von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender erfahren, die in ihren Heimatländern von Staat und katholischer Kirche kriminalisiert werden und versteckt leben müssen.

Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika aus dem Projekt „Grenzenlos“ des World University Service hielten Workshops, beispielsweise zu Frauen- und Menschenrechten oder zum Wasserverbrauch. Gefördert wird das Projekt vom Land Hessen und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Unter dem Titel „Rent a Jew“ luden Sarah und Anna ein, sich über die jüdische Religion und jüdische Traditionen zu informieren. Die Initiative ist seit 2015 in Deutschland unterwegs und will Vorurteile abbauen, indem Teilnehmer Vertreter anderer Religionen kennenlernen und etwas über sie erfahren können.

Über die Produktion von Schokolade unter welchen Bedingungen und zu welchem Preis machten sich künftige Groß- und Außenhändler im Planspiel Marktwirtschaft mit Joachim Langer von der Bewegung Gemeinwohl-Ökonomie Gedanken. Als Vertreter verschiedener miteinander konkurrierender Schokoladenhersteller diskutierten die Auszubildenden gruppenweise, trafen Entscheidungen und konnten sehen, wie Gewinnstreben und Konkurrenz ethische Entscheidungen beeinflussen.

Wie gerecht ist unsere Lebensweise in den wohlhabenden Ländern? Denkanstöße dazu vermittelte das Bildungsteam des Weltladens Bad Nauheim. In dem sehr anschaulichen „Weltspiel“ bekamen Lernende der Berufsfachschule einen Eindruck davon, wie unterschiedlich Ressourcen und Vermögen im Verhältnis zur Einwohnerzahl auf dem Planeten verteilt sind und wer die größten Verursacher von Umweltschäden sind.

Andere Klassen haben in einem Workshop des Forumtheaters inszene e.V. den spielerischen Umgang mit Konflikten und eigenen Unterdrückungserfahrungen erprobt, um dabei mehr Handlungsmöglichkeiten und Selbstbewusstsein zu entwickeln.

Für mehr Nachhaltigkeit an der eigenen Schule setzt sich die Schülervertretung der BSG ein. So soll immer stärker auf Plastikverpackungen am Kiosk verzichtet oder diese durch umweltfreundliche Materialien ersetzt werden. Blaue Mehrweg-Kaffeebecher aus Metall und mit BSG-Logo werden als Alternative zu To-go-Wegwerfbecher aus beschichteter Pappe beworben.

„Wer an diesem Tag mit offenen Augen und Ohren durch die Schule gegangen ist, konnte viel über die Probleme unserer Zeit erfahren“, so Politiklehrer Ralf Grapmayer stellvertretend für das Interkulturelle Team. „Gerade mit Gerechtigkeit, Umweltschäden und Klimawandel müssen sich die die jungen Leute auseinandersetzen, denn es ist ihre Zukunft, in der die Auswirkungen besonders zu spüren sein werden.“

Vielen weiteren Unterstützern ist es zu verdanken, dass der Tag so groß und mit so vielfältigen Veranstaltungen begangen werden konnte, darunter das Bundesprogramm Demokratie leben, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Internationale Bund (IB) und die Bürgerstiftung  „Ein Herz für Bad Nauheim“.

Masern Impfpassüberprüfung

Hier finden Lehrer*innen und Mitarbeiter*innen und Schüler*innen Informationen zum Thema Masern-Impfpflicht.

Berufserfahrung im Ausland  ̶  Europakompetenz durch Erasmus+

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