Tag der Menschenrechte 2017

Eindrücke und Veranstaltungen zum Tag der Menschenrechte an den BSG.

Ein Recht auf Bildung

Der jedes Jahr wiederkehrende Tag der Menschenrechte, war am Montag der Aufhänger für einen vielfältigen Veranstaltungskanon an den Beruflichen Schulen am Gradierwerk. Das Interkulturelle Team der Schule hatte 25 Beiträge organisiert, die von mehr als 40 Schulklassen und ihren Lehrern besucht wurden. Die Auftaktveranstaltung zum Thema „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ wurde vom Landeskoordinator für das Land Hessen, Oliver Fassing, durchgeführt. Im Mittelpunkt stand hier das Thema Diskriminierung von Minderheiten. In dem darauf folgenden Theaterstück „Homologie“ vertiefte Malte Anders anschaulich dieses Thema, indem er den anwesenden Schülerinnen und Schülern deutlich machte, dass die Auseinandersetzung mit eigenen Vorurteilen wichtig für die eigene Identitätsentwicklung ist. In dem Workshop der Fachschule für Sozialwesen "Homologie, nicht über uns reden, sondern mit uns" wurde das Thema nochmals konkretisiert. Die Klasse integrierte den Tag der Menschenrechte in ihre aktuelle Unterrichtssequenz "Lebenswelten und Diversitäten wahrnehmen, verstehen und Inklusion fördern".

 


"Es wird ein roter Faden erkennbar, nämlich, dass es um die Sensibilisierung und die Entwicklung einer professionellen und diskriminierungsfreien Haltung geht. Insbesondere, dass Schülerinnen und Schüler ihre Bilder im Kopf hinterfragen und somit ihre Vorurteile abbauen." So äußerte sich Ismail Yilmaz, Lehrer im Vorbereitungsdienst, nach der Veranstaltung "Kinderrechte".

 


Nicht nur dort stand das "Recht auf Bildung" im Mittelpunkt. Sehr betroffen und nachdenklich zeigten sich die Besucherinnen und Besucher des Dokumentarfilms "Auf dem Weg zur Schule". Der Film begleitet vier Jugendliche aus unterschiedlichen Regionen der Erde auf ihrem häufig mehrstündigen und abenteuerlichen Weg zur Schule. Beeindruckend war für die Schülerinnen und Schüler, trotz der beschwerlichen Schulwege, die hohe Motivation der Kinder zur Schule zu gehen.
Auch der Vortrag von Sylvia Löffler vom Kinderschutzbund "Kinderrechte und ihre Umsetzung in der Bildungs- und Erziehungspraxis" machte deutlich, wie wichtig die Auseinandersetzung mit diesem Thema ist.

 


Das "Recht auf Bildung" war auch Gegenstand der Veranstaltungen im Rahmen der "Fairtradeschule". Die BSG trägt dieses Label seit 2 Jahren und bietet in Kooperation mit dem Weltladen Bad Nauheim regelmäßig Beiträge zu diesem Thema an. In diesem Jahr führte Herr Joachim einen Workshop zum Thema "Ökologischer Fußabdruck und Menschenrechte" durch. Im Café der Kulturen wurden von der Klasse 12IK1 Produkte aus dem Weltladen verkauft und die teilnehmenden Schulklassen konnten mit Hilfe eines selbst gestalteten Weltpuzzles kreativ zeigen, wie sie sich ihre Welt in Zukunft wünschen.
Im Rahmen eines Lernzirkels der Klasse 11HBI, "Fairtrade stärkt Menschenrechte" wurde den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern deutlich gemacht, wie man durch sein eigenes Kaufverhalten zum Beispiel den Bau von Schulen in Entwicklungsländern unterstützen kann.
Dass man sich seine eigene Meinung bildet und vertritt, diese aber auch kritisch hinterfragt, war das Anliegen von Charis Naas, einer Schauspielerin des Flux-Theaters mit dem Solostück "Das Mädchen mit dem die Kinder nicht verkehren durften".

 


"Alle Veranstaltungen sind so authentisch, jetzt kenne ich außerdem den Unterschied zwischen Mobbing und Diskriminierung" äußerten sich einige Schülerinnen und Schüler ganz spontan nach den Veranstaltungen der Bildungsstätte Anne Frank: Nabeela Khan hatte mit SchülerInnen des BBV einen Workshop zum Thema "Zivilcourage", und Saba Nur Cheema eine Veranstaltung mit dem Titel "Same same, but different" durchgeführt.

 


Sehr authentisch zeigte sich auch die Kulturgruppe "Die Verdichter" aus Bad Nauheim, die aus ihren zwei Büchern „Das Leben ist kein Sprudelhof“ und „FEST zu – pack aus", begleitet von Gesang und Gitarre, Kapitel ihrer eigenen, persönlichen Migrationsgeschichten vorstellten.
Auch der Film "Aufbruch zur Gleichheit" bewegte die Schülerinnen und Schüler sehr. "Sie haben mitgenommen, dass wir im Herzen alle gleich sind und ein friedliches Miteinander nur durch Respekt, Toleranz, Wertschätzung und Empathie entstehen kann", äußerte sich Sabine Schäfer, Lehrerin an der BSG nach dem Film.

 


Höhepunkt des Tages war dann die Verleihung des Zertifikats und der Plakette "Grenzenlos-Schule" durch Frau Dr. Julia Boger vom World University Service (WUS), in Anwesenheit des Schulleiters Andreas Stolz. Zuvor hatten die Referentinnen des WUS Lizbeth Makena Kiruai aus Kenia, Patience Ngoba-Mushidi aus der Demokratischen Republik Kongo und Corine Ngahan Tchouga aus Kamerun mit interessierten SchülerInnen Themen des Globalen Lernens, wie zum Beispiel Klimawandel, Diversität und Armut sowie Frauenrechte behandelt.

 


Alle Veranstalter wollen wiederkommen, so auch Thomas Schwoerer von der DFG-VK, der zum Thema "Kindersoldaten - wie können wir aktiv werden" referierte.
Bildung in der Schule sollte "grenzenlos" gedacht werden. Dass dies mit ein wenig Engagement möglich ist, hat der Tag der Menschenrechte an den Beruflichen Schulen am Gradierwerk in Bad Nauheim einmal wieder gezeigt.

 

 

Autor: Ralf Grapmeyer vom interkuturellen Team der BSG

Fairer Duft der weiten Welt im beruflichen Unterricht

Die Berufliche Schulen am Gradierwerk wird „WUS-Grenzenlos-Schule“ und ist regionales Vorbild für mit Freude gelebte Vielfalt und Internationalität.

 

An der berufsbildenden Schule mit rund 2100 Schüler/-innen und Studierenden wird Internationalisierung bereits vielfältig und mit Freude gelebt. Die Schule trägt bereits die Auszeichnung als „Schule ohne Rassismus / Schule mit Courage“, und hat als „Fairtrade-Schule“ ein Café der Kulturen mit fair gehandelten Produkten. Das Schulleitungsteam, Andreas Stolz und Anne Hartmann, unterstützen das Engagement ihrer Lehrkräfte, wenn es darum geht, Vielfalt und Nachhaltigkeit sinnvoll in den Schulalltag zu integrieren.

 


Daher nahm Christina Diehl, die Beauftragte für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an der BSG ist, auch bereits mehrfach an Lehrerfortbildungen zu Globalem Lernen im Projekt „Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ [1]  teil. Die Fortbildungen basieren auf dem Orientierungsrahmen für den Lernbereich „Globale Entwicklung“, der von der Kultusministerkonferenz (KMK) und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) herausgegeben wurde. Christina Diehl war begeistert vom Projektziel von „Grenzenlos“: Berufsschüler/-innen sollen zum aktiven Nachdenken über Globalisierungsthemen im berufsbildenden Unterricht angeregt werden. Studentische Lehrpartner/-innen aus über 30 Nationen in Afrika, Asien und Lateinamerika vermitteln ihnen hierfür die Themen der Nachhaltigkeit, die sie authentisch und passend zum jeweiligen Unterrichtsfach sowie praxisbezogen und gut verständlich aufbereitet haben.

 


Mit diesem Konzept kamen schon einige Lehrkooperationen zustande, beispielsweise zu „Nachhaltigem Tourismus“ oder zu „Frauenbildung“. Anlässlich des Tags der Menschenrechte, der am 10. Dezember jeden Jahres gefeiert wird, fanden nun gleich mehrere Lehrkooperationen statt mit den Referentinnen Lizbeth Makena Kiruai Studentin der International Development Studies aus Kenia, Patience Ngoba-Mushidi aus der Demokratischen Republik Kongo, die Sozialarbeit studiert und Corine Ngahan Tchouga aus Kamerun, die Governance and public policy studiert. Im Unterricht behandelten sie gemeinsam mit den interessierten Schüler/-innen Themen, des Globalen Lernens: Klimawandel, Diversität und Armut sowie Frauenrechte. Eingebettet in die Veranstaltung und im Beisein von Schulsprecher Aziz Abdu, wurde die BSG Bad Nauheim vom World University Service (WUS) zur „Grenzenlos-Schule“ ausgezeichnet. Überreicht wurde die Grenzenlos-Auszeichnung in Form eines Zertifikats und einer Plakette, von Dr. Julia Boger (Referentin für Grenzenlos).

 


Mit der Auszeichnung zur „Grenzenlos-Schule“ und den weiterhin geplanten Lehrkooperationen mit dem World University Service (WUS) rund um die Themen des „Globalen Lernens“ schärft die BSG Bad Nauheim ihr Profil und ist Vorbild für andere berufsbildende Schulen in der Region. Um die Auszeichnung zur Grenzenlos-Schule zu erwerben, sind berufsbildende Schulen herzlich eingeladen, weitere Informationen auf der Projekthomepage einzusehen oder persönlich anzufragen unter
www.wusgermany.de/de/auslaenderstudium/grenzenlos  Kontakt: Dr. Julia Boger (boger@wusgermany.de, 0611/9446051).

 

[1] „Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ ist ein Projekt des World University Service (WUS) und wird gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaft­liche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und aus Mitteln der Länder Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Der WUS ist eine 1920 gegründete internationale, politisch und konfessionell nicht gebundene Organisation von Studieren­den, Lehrenden und Mitarbeitenden im Bildungssektor. WUS-Deutschland ist eines von weltweit über 50 Komitees, die sich gemeinsam für das Menschenrecht auf Bildung einsetzen.

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