Trainings „Faire Klasse“ seit 2003 für Schülerinnen und Schüler im BBV

Am 28.11.2018 fand im Kinder- und Jugendhaus „Alte Feuerwache“ eine kleine Feierstunde „15 plus 1“ statt, da seit 2003 und demnach seit 16 Jahren in jedem Herbst jeweils drei dreitägige Trainings zum Thema Fairness mit den BBV-Klassen (Bildungsgang zur Berufsvorbereitung) und der Referentin Gesine Otto stattfinden.

Zu diesem feierlichen Anlass waren aktuelle und auch ehemalige Beteiligte eingeladen.

Nach einer kurzen Begrüßung von Gesine Otto, die die Trainings durchführt, erzählte die ehemalige Schulseelsorgerin Anette Bill von den Anfängen in 2003. Mit liebevoll ausgesuchten Geschenken zeigte sie ausgewählte Kennzeichen der Trainings wie z.B. eine Orange, Kekse und Kerzen. Ihre warmherzige Rede zeichnete sich durch ihre eindrucksvollen Erinnerungen an die gemeinsamen Jahre aus, die damals noch in der Evangelische Kirche in Friedberg stattfanden. Der ehemalige Klassenlehrer Siegfried Elsner ergänzte spontan sein Wissen von der allerersten Zeit der Ideenfindung in 2001 und dem ersten Training in 2002, das noch von einer anderen Referentin durchgeführt wurde.

Im Anschluss daran präsentierten die aktuellen Schülerinnen und Schüler der BBV3 Klasse, was sie in dem gerade zuvor stattgefundenen dreitägigen Training gemacht und gelernt hatten. Die natürliche Art der Schülerinnen und Schüler, ihr Mut und ihr Engagement sagten den Anwesenden sehr zu. Da die Klasse an ihren individuellen Themen gearbeitet hatte, gaben ihre Plakate und Kommentare einen anschaulichen Einblick in die konkrete und prozesshafte Vorgehensweise während des Trainings.

Der Schulleiter Herr Stolz hob hervor, dass die Trainings seit geraumer Zeit zum Jahresverlauf in den BBV-Klassen gehören und band dies in das Leitbild der BGS ein. Dabei stellte er die Arbeit zum Thema Fairness als einen wesentlichen Faktor für Schule und Ausbildung dar.

Direkt danach beschrieb Herr Paatsch die Motivation des Wetteraukreises, von Anbeginn diese Trainings finanziell zu unterstützen. Jungen Menschen dabei zur Seite stehen, dass sie sich über Fairness Gedanken machen und dies in ihr Leben integrieren, bedeutet eine wichtige Aufgabe für uns Erwachsene.

Als Vertreter für das Kinder- und Jugendhaus „Alte Feuerwache“ berichtete Tobias Hoffmann nach allgemeineren Informationen konkret von seinen Erlebnissen mit den Jugendlichen, die während den Pausen oder direkt nach dem Training zu ihm ins Café kommen. Als er sehr lebendig ein Gespräch mit einem der Jugendlichen wiedergab, in dem der Jugendliche auf seine Frage: „Und, wie war´s heute beim Fairen Streiten?“ erst mit „Naja, eher langweilig“ antwortete, dann kurz nachdachte und hinterherschob „Nein, war echt cool heute!“, hatte Herr Hoffmann die Lacher auf seiner Seite.

Diese Beziehungsebene zeigt den hohen Wert der Verknüpfung von Schule und Jugendarbeit, indem die Trainings seit mehreren Jahren in diesem Haus stattfinden können.

Im letzten Teil kam Gesine Otto als Referentin zu Wort: Zunächst stellte sie allgemein vor, wie sie langjährige Sozialpädagogin und Mediatorin arbeitet:

  • An Tag 1 geht es darum, die jeweilige Klasse und ihre Themen kennenzulernen, symbolisch ausgedrückt „die Fässer zu öffnen“
  • Am 2. Tag bearbeiten sie gemeinsam einzelne Themen bzw. „Fässer“
  • Und am 3. Tag besteht die Aufgabe darin, diese „Fässer“ wieder sorgfältig zu verschließen, indem sie in eine individuelle Vereinbarung münden, die die Klasse feierlich verabschiedet.

Bis zu ihrem Umzug nach Wien in 2013 wurde sie jedes Jahr von Studierenden begleitet, die ein Jahrespraktikum bei ihr machten – eine Vertreterin war sogar zum Fest erschienen.

Als wichtigen Aspekt wies sie darauf hin, dass die jeweiligen Klassenleitungen dabei sind, da sie dadurch die Chance haben, ihre Klasse aus einem anderen Blickwinkel zu erleben und sie auch ihre eigene Sicht mit einbringen können.

Anschließend löste sie das sogenannte Orangenbeispiel auf, das Anette Bill in ihrem Geschenk angesprochen hatte – dieses Beispiel ist das Herzstück der Mediation. Dieses erarbeiten die Schülerinnen und Schüler auf sehr lebendige Weise, um zu verstehen, dass es darum geht, so oft wie möglich nach einer Gewinner-Gewinner-Lösung zu suchen, so dass alle Beteiligten soweit wie möglich zufrieden sein können. Natürlich kann dies nicht immer funktionieren, aber mehr als wir denken. Dafür sind insbesondere Miteinander reden, Kreativität, Flexibilität, Durchhaltevermögen und Empathie vonnöten.

Zum Schluss erzählte sie von ein paar ausgewählten besonderen Situationen der Trainings aus den vergangenen Jahren, bei denen die Schülerinnen und Schüler besonders gute Ideen und Gedanken hatten.

Nach dem Ende des offiziellen Teils versammelten sich alle Anwesenden zu einem gemütlichen Ausklang bei kleinen leckeren Häppchen, diese waren netterweise von den BBV-Klassen 1 und 2 vorbereitet worden.

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