Erfahrene Hand bleibt der Schule erhalten

Modell-Projekt zur dauerhaften Beschäftigung umgewandelt. So funktioniert Inklusion.

Nidda / Bad Nauheim. Das Wort ist in aller Munde: „Inklusion“. Wie es mit Leben gefüllt werden kann, zeigen die Behindertenhilfe Wetteraukreis (bhw) und die Berufliche Schule am Gradierwerk (BSG) in Bad Nauheim, die seit einigen Jahren in der Berufsausbildung von Menschen mit Behinderung eng zusammenarbeiten. Diese Erfolgsgeschichte hat jetzt dazu geführt, dass ein ganz besonderer Mensch im Berufsalltag angekommen ist: Alexander Püschl.

 

Der 33-Jährige gehörte zu den Menschen mit Behinderung, die oft nur schwer eine Arbeitsstelle finden. Er arbeitete in einer Werkstatt für behinderte Menschen der bhw und machte dort eine zweijährige Ausbildung zum Hauswirtschaftshelfer. Im Rahmen dieser sogenannten Teilqualifizierung, bei der die bhw mit der BSG kooperiert, lernte Püschl die BSG kennen und wurde anschließend dort im Rahmen eines zeitlich eingegrenzten Modellprojektes als „Assistenzkraft zur Unterrichtsunterstützung in der Hauswirtschafts- und Ernährungsabteilung“ eingesetzt. „Herr Püschl hat während der Teilqualifizierung gezeigt, was in ihm steckt. Deshalb war es uns ein Anliegen, ihm eine betriebsintegrierte Beschäftigung zu ermöglichen“, erklärt Andreas Stolz, Schulleiter der BSG: „Das hat so gut funktioniert und Herr Püschl ist eine enorme Hilfe für den Unterrichtsalltag, dass alle, inklusive Schulamt, von dieser Art der Zusammenarbeit überzeugt sind und wir das Modellprojekt fortführen und weiterentwickeln.“

 

Betriebsintegrierte Beschäftigung – das bedeutet, dass der Arbeitnehmer zwar bei der bhw angestellt, aber in einem Unternehmen am allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt ist wie jeder andere auch. Sowohl der Arbeitnehmer, als auch der Arbeitgeber werden durch die Fachkräfte der bhw unterstützt und betreut. So können Fragen, die im Rahmen der Beschäftigung entstehen, meist schnell geklärt werden. Im Falle von Alexander Püschl und der BSG ist das gar nicht mehr notwendig. „Mir macht meine Arbeit unheimlich viel Spaß“, sagt der 33-Jährige. Seine Aufgaben in der Berufsschule sind vielfältig und abwechslungsreich. Er unterstützt die Lehrkräfte bei der Küchen- und Wäschepflege, bei der Dokumentation, nimmt Waren an und lagert sie ordnungsgemäß ein, bereitet Veranstaltungen vor, zeigt den Schülern, wo sie hin müssen, und backt auch mal einen Kuchen. „Herr Püschl ist sehr selbstständig und zuverlässig, er kommt mit allen sehr gut klar und wir können uns im Schulalltag voll auf ihn verlassen“, bestätigt Schulleiter Stolz. Er freut sich, dass seine Schule mutig genug war, diesen Weg auszuprobieren. „Das Modellprojekt und die Kooperation mit der bhw in der Teilqualifizierung haben uns ein Alleinstellungsmerkmal verschafft. Ich würde mir aber wünschen, dass auch andere Unternehmen diesen Weg gehen“, sagt er.

 

Das hofft auch Bettina Kopp, Fachkraft für Berufliche Integration bei der bhw. „Wir sehen an vielen Beispielen, dass unsere Mitarbeiter gut ausgebildet und hochmotiviert sind. Sie sind dankbar für die Chance, sich im Berufsalltag beweisen zu können. Die Unternehmen profitieren in vielerlei Hinsicht, wenn sie eine betriebsintegrierte Beschäftigung anbieten“, erklärt Kopp. „Wenn ein Mensch mit Behinderung im Alltag angekommen ist, mit anderen Menschen zusammenarbeitet und für seine Leistungen geschätzt wird wie Herr Püschl, dann ist Inklusion nicht mehr nur ein Wort.“

 

Das ist die bhw

Die Behindertenhilfe Wetteraukreis gGmbH (bhw) fördert, unterstützt und begleitet Menschen mit geistigen und mit mehrfachen Behinderungen. In Maßnahmen zur Rehabilitation werden erwachsene Menschen gefördert und Kinder in einer integrativen Tagesstätte ab Vollendung des ersten Lebensjahres bis zur Einschulung betreut. Gesellschaftliche Teilhabe, berufliche Qualifikation und Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt sind wesentliche Zielsetzungen des Unternehmens. Das Leistungsspektrum der Behindertenhilfe Wetteraukreis umfasst mehrere Werkstätten, Wohnheime, Wohngemeinschaften, ambulant betreutes Wohnen und Tagesförderstätten, in denen Menschen mit Behinderungen individuelle Unterstützung erfahren. Rund 350 Angestellte arbeiten für die bhw.

 

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