Music In - Stress Out

Łódź in Polen als Gastgeber im September 2013 Unser Motto: Seid offen für neue Erfahrungen !

Zur dritten Austauschwoche unseres Comenius-Projektes Music In - Stress Out kamen von unserer Schule erstmals SchülerInnen und Studierende aus zwei Schulformen mit in das Gastland Polen. Das Motto der deutschen Gruppe war dieses Mal: Seid offen für neue Erfahrungen!

Für unsere polnischen Freunde:
Polska Łódź Gospodarzem we wrześniu 2013
Nasze HasŁo
: Bądź otwartym na ... <wersja polska>

Offenheit versus Befürchtungen und Vorurteile

Während Joscha aus der FS auf die Erfahrungen mit Jugendlichen aus verschiedenen Kulturen brannte, bestanden bei den Mädchen aus der BFS noch Ängste: "Wie wird das wohl mit der Unterbringung sein? Was gibt es dort zu essen? Und vor allem: Wie werden wir mit den vielen verschiedenen Sprachen zurechtkommen?" Mal sehen, was dann in Polen passierte.

Die Schüler wurden in Łódź herzlich empfangen und verwöhnt. Die Unterbringung und die Verpflegung waren sehr gut, alle waren zufrieden.

Ich habe bei den Treffen mit den anderen ProjektteilnehmerInnen und deren Gastgeschwistern auch Einblicke in deren Lebensweise gewinnen können. Es gab einiges, was ich über deren Land und Leute erfahren habe und zuvor nie für möglich gehalten hätte." (Franziska Ohl aus der BFS)

Fazit: Die Welt ist nicht schwarz oder weiß – oft sind es die Zwischentöne, die das Leben ausmachen. Natürlich gibt es wie in allen Ländern Europas Probleme, aber auch viele positive Seiten.

"Kleider machen Leute" - nicht immer zutreffend

Unsere Beruflichen Schulen am Gradierwerk in Bad Nauheim befinden sich in der ländlichen Wetterau, der Unterricht findet größtenteils in Neubauten statt und über 2000 SchülerInnen und Studierende gehen dort zur Schule. Das Gimnazjum Nr 1 im. Krola Boleslawa Chrobrego in Łódź besuchen ca. 300 SchülerInnen, es ist in einem altehrwürdigen Gebäude mitten in der Stadt untergebracht.

Bemerkenswert war für uns, dass die ganze Schule  an dieser Austauschwoche Anteil genommen hat und viele LehrerInnen zur Unterstützung bereitstanden. Die SchülerInnen führten uns in einem hervorragenden Englisch in ihr Land, ihre Kultur und ihr Schulleben ein.

Die polnischen KollegInnen luden uns zu einem opulenten Essen ein und die Atmosphäre war sehr herzlich, um nicht zu sagen familiär.

Für mich als 'Dorfkind' ist es selbstverständlich, dass die Rettungsfahrzeuge, wie Feuerwehr, Krankenwagen oder auch die Polizei, 'Tatü – Tata' machen, doch in Polen ist das anders. Dort tönt es nicht Tatü – Tata sondern Üäh – Üäh. Ob es kulturelle Gemeinsamkeiten oder Unterschiede, die Verkehrssituation, das Schulsystem oder die zwischenmenschlichen Beziehungen waren, alle meine Erfahrungen waren sehr vielfältig und interessant. (Franziska Ohl)

Fazit: Das Äußere einer Schule sagt wenig aus über die Kultur, die dort gelebt wird.

Music In - Stress Out - Kultur und Gesellschaft

Das Łódź Visiting Program unserer polnischen Gastgeber war abwechslungsreich, interessant und sehr unterhaltsam.

Die musikalischen Programmpunkte

Der Eröffnungstag in der Schule stand unter dem Motto des gemeinsamen Kennenlernens. Hier lockerte sich die Atmosphäre sehr schnell durch die von den SchülerInnen vorbereiteten Workshops zu Musik, Tanz und Spiel. Kleine Unterrichtseinheiten in polnischer Sprache und Geografie rundeten diesen Tag abwechslungsreich ab.

Der zweite Tag war Frederic Chopins Tag, er war ganz dem großen polnischen Pianisten und Komponisten  gewidmet.  In sehr ansprechender Weise wurden wir in sein Leben und seine Musik eingeführt. Die SchülerInnen bereicherten ihre informativen Vorträge durch musikalische Hörbeispiele und eine Polonaise in traditioneller Tracht.

Der Nachmittag des dritten Tages war ausgefüllt mit den musikalischen Beiträgen aller an der Austauschwoche beteiligten Schülergruppen. Den größten Programmpunkt bildeten dabei wie immer die Beiträge des Gastlandes. Wir erhielten sowohl Kostproben musikalischen Könnens durch unterschiedliche Instrumental- und Gesangsvorträge von Klassik bis Pop als auch mitreißende Tanzdarbietungen einzelner Klassen, die für eine tolle Stimmung sorgten.

Durch weitere interessante Schüler- und Lehrervorträge und Exkursionen gewannen wir Einblicke in die polnische Sprache und die polnische Kultur mit ihren Traditionen und religiösen Verwurzelungen.

Wir besuchten auch das Geburtshaus von Frederic Chopin in Å»elazowa Wola mit seinem wunderschönen Park und einem stilvollen Restaurant.

Für einen wunderbaren Opernbesuch im Teatr Wielki in Łódź zahlten wir tatsächlich nur 4,50 € pro Karte. Und wieder begleiteten uns wie selbstverständlich einige LehrerInnen aus dem Kollegium der Schule!

Das moderne Polen von heute präsentiert sich mit ehrgeizigen Projekten wie dem angestrebten Bau des größten europäischen Bahnhofes (Stuttgart lässt grüßen) und einem riesigen neuen Kulturzentrum in Łódź:

"Am Standort einer Textilfabrik aus dem 19. Jahrhundert im polnischen Lodz positioniert sich Manufaktura als Shopping-, Entertainment- und Kulturzentrum in einer Mischung aus Einzelhandel und Freizeit-Center, aus Unterhaltung und Dienstleistung, Kultur und Gastronomie."

"Ich habe viele unvergessliche Eindrücke aus dieser, wenn auch sehr kurzen Zeit mitnehmen können." (Franziska Ohl)

Fazit: Wir erleben Polen als ein ehrgeiziges und aufstrebendes Land mit einer reichen Kultur und einer unendlichen Gastfreundschaft.

 

Comenius – Gemeinschaft

Im Mittelpunkt der Reisen stehen vor allem der Austausch und die Begegnung von SchülerInnen aus den unterschiedlichsten europäischen Kulturen.

Die ProjektteilnehmerInnen kamen nicht nur aus Deutschland und Polen. Auch BulgarInnen, SpanierInnen und TürkInnen waren dabei. Unsere gemeinsame Sprache war weder deren noch meine Muttersprache, wir sprachen alle Englisch.

Dadurch habe ich meine Sprachkenntnisse verbessert und erlebt, wie es ist, wenn man sich nicht perfekt versteht, sondern sich manchmal auch mit Händen und Füßen verständigen muss. Das hat auch gut geklappt!

Die Begleitung durch unsere netten Lehrerinnen, an die wir uns jederzeit wenden konnten, gab uns Sicherheit und machte den Aufenthalt noch angenehmer.

Ich bin dankbar für diese lehrreiche Zeit und kann jedem, der ein solches Angebot bekommt, empfehlen: Nehmt es an. Ihr werdet so viel daraus ziehen können und diese Erfahrung wird euch verändern. So wie sie mich verändert hat. (Franziska Ohl)

Fazit: Zu erleben, wie SchülerInnen aus unterschiedlichen Kulturen zusammenfinden und sich ihr Horizont erweitert, das gleicht so manche Anstrengung bei der Organisation und Planung rund um das Projekt aus und gibt einem das Gefühl, dass es sich gelohnt hat.

Text: Dorothee Gabriel-Gooßens (Projektleiterin) und Franziska Ohl  (Schülerin) - Bilder: Joscha Hudel

Oktober 2013

PS: Wer die widersprüchliche und komplexe polnische Seele etwas näher kennenlernen will, dem sei Steffen Möllers "Expedition zu den Polen" empfohlen.


Rok Juliana Tuwima 2013 "Lokomotywa"