Deutsch-polnisches Kulturtreffen in Weimar 2016

In diesem Bericht erzähle ich von der Zeit, die ich im Zuge des deutsch-polnischen Kulturtreffens in Weimar erlebt habe. Nach einer verhältnismäßig kurzen Anreise per Zug begann unsere erster Tag mit einem kleinen Städtebummel durch Weimar, an dessen Stadtplatz ich und meine Mitschülerinnen unseren ersten Kontakt zu den polnischen Schülern hatten. Auch, wenn die Vorstellung und erste Kontaktaufnahme auf beiden Seiten sichtbar für peinliche Berührung sorgte, war jedem auch klar, dass vor uns eine großartige Woche liegen würde. Bei einem Eis lernten wir uns erst einmal besser kennen, redeten über Schule und Privates und die aktuelle Lage. Die Verständigung verlief überraschend flüssig und einfach, da die polnischen Schüler zum größten Teil ein recht gutes Englisch beherrschten und in drei Fällen sogar mit der deutschen Sprache aufwarten konnten.

Nachdem wir uns nun etwas besser kannten, gingen wir zurück in die  EJBW-Jugendbildungsstätte, die für die Dauer der Begegnung unsere Übergangsheimat sein sollte. Wir wohnten in den sog. „Gartenhäusern“, die ansprechende Zimmer mit genügend Platz und eine vorteilhaften Lage besaßen. Da ich der einzige männliche Deutsche war, durfte ich mein Zimmer mit zwei polnischen Schülern teilen, was mir bei genauerer Überlegung sogar zugutegekommen war. Ich verstand mich ausgezeichnet mit meinen Zimmergenossen und allgemein war das Klima untereinander die gesamte Dauer des Treffens über durchgehend positiv.

Nachmittags besprachen wir den Ablauf der Woche und verschwendeten dann auch keine Zeit mehr, gingen an die frische Luft und erquickten uns an diversen Teambindungsspielen. Die Mahlzeiten waren für gewöhnlich reichlich und auch qualitativ jedermanns Ansprüchen entsprechend, da für jede Abneigung und Unverträglichkeit vorgesorgt war. Nach einigen Sprachanimationen, die beiderlei Sprachen involvierten, wurde unser erster Tag für beendet erklärt und die meisten Schüler, mich eigeschlossen, legten sich bald schon schlafen, um für die kommenden Tage Kraft zu tanken.

Der nächste Tag begann mit einem sogenannten „Erlebnispädagogischen Parcours“ und einer darauffolgenden Stadterkundung. Dabei wurden kulturell-gemischte Teams zu bestimmten Sehenswürdigkeiten Weimars geschickt und mussten Fragen zu diesen beantworten. Nach einem stärkenden Mittagessen und einer kleinen Sprachanimation kamen wir zur Auswertung der Stadterkundung. Auf die Auswertung sollten eigentlich ein paar Freizeitaktivitäten im Freien folgen, doch das unerwartet kühle Wetter verlagerte diese nach drinnen. Am Abend haben wir den polnischen Film „Ida“, der letztes Jahr einen Oskar bekommen hat, geschaut. Der Film war nicht schlecht, vor allem die polnische Originalfassung zu hören, fand ich sehr interessant.

Tag drei wurde von viel syrischen Flüchtlingen geleitet, die uns unter anderem ihre Geschichte erzählt und über die Lage in ihrer Heimat aufgeklärt haben. Neben ein paar Sprachübungen und Bildinterpretationen faszinierte mich vor allem die komplett unerwartete Wahrheit über die Zustände in Syrien und seiner Umgebung, vor allem eine Aufnahme, die einen Bombenabwurf auf den Stadtplatz von Damaskus zeigt, ließ mich schlichtweg sprachlos vor Schrecken und Faszination gleichermaßen. Auf dieses recht schwerwiegende Thema folgte ein etwas lockereres Improvisationstheater. Der Tag endete mit einem internationalen Buffet, bei dem die Schüler und Betreuer aus Polen und Deutschland Heimatspezialitäten ihres Landes servierten. Vieles war sehr gut, muss ich sagen und auch den polnischen Schülern schien die deutsche Kost zu schmecken.

Den vierten und vorletzten Tag verbrachte unsere Gruppe in Erfurt. Dort erhielten wir zuerst eine Stadttour zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, begleitet mit ein wenig Geschichte und Kultur. Nachdem diese abgeschlossen war, blieben uns zirka drei Stunden Freizeit, um die Stadt zu erkunden. Der erste Punkt auf der Liste der kleinen Gruppe, der ich angehörte, war der Erfurter Dom, ein gigantisches Kirchengebäude, das selbst Nicht-Gläubigen den Atem rauben kann. Dort habe ich etwas ganz Besonderes an meinen polnischen Begleitern festgestellt. Beim Eintritt in den Dom haben sie sich mit Weihwasser bekreuzigt und auch beim Verlassen der Kirche. Ich fand und finde es auch immer noch bewundernswert, dass solch verhältnismäßig junge Menschen ihren Glauben in dieser Form ernst nehmen. Ich selbst habe mich nicht bekreuzigt, da ich es als frei-religiöser Mensch als unangebracht empfunden habe. Nach dem Dombesuch hatten wir beschlossen, uns eine Stärkung zu gönnen. Danach ging die Reise weiter zur Zitadelle Petersberg. Am späten Nachmittag ging es auch schon wieder zurück nach Weimar, wo wir den Tag mit einer kurzgehaltenen Auswertungsrunde beendeten.

Am letzten Tag trafen wir uns im Seminarraum, um die Begegnung Revue passieren zu lassen. Danach begann eine lange Zeit des Wartens. Und dann plötzlich ging alles so schnell. Ehe ich mich versah befand ich mich mit den anderen am Bahnhof. Es wurden Abschiede ausgetauscht, Umarmungen verteilt und abschließende Fotos geschossen. Und schon bald war alles vorbei. Der Zug kam, erst nach Erfurt, dann nach Frankfurt und zuletzt nach Bad Nauheim.

Rückblickend kann ich nur sagen, dass meine anfänglichen Zweifel an diesem Ausflug unbegründet waren. Ich bin schlichtweg glücklich, ein Teil dieses Abenteuers gewesen sein zu dürfen und werde diese großartige Zeit ewig im Herzen tragen und gerne darauf zurückblicken.

Felix Broušek-Fischer (11HBI)

 

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