Tag der offenen Tür 2015

Die beruflichen Schulen am Gradierwerk überzeugen durch Vielfältigkeit - Tag der offenen Tür war sehr gut besucht

„Wo muss ich hingehen, wenn ich einen kaufmännischen, sozialpädagogischen Beruf anstrebe oder im Gesundheitswesen beschäftigt sein möchte. Welche Möglichkeiten gibt es im Ernährungs- und Informatikbereich?“, ist die häufige Einstiegsfrage der vielen Besucher, die die beiden großen Schulgebäude der Beruflichen Schulen am Gradierwerk am Tag der offenen Tür betreten. SchülerInnen der Klasse 11HBB (angehende Assistentinnen für Bürowirtschaft) tragen Nikolausmützen und übernehmen die erste Information. Sie begrüßen die Besucher höflich und  fragen nach Schulabschluss und beruflichen Interessen, sodass sie den richtigen Weg zu einer kompetenten Beratung weisen können. Diese Klasse hat im Rahmen des Projektunterrichts den Tag der offenen Tür vorbereitet, durchgeführt und evaluiert.

Das größte Interesse gilt der Fachoberschule, der Fachschule für Sozialwesen und der Berufsfachschule. Mit Vorträgen und Ausstellungen werden die Besucher informiert. Auch  für Einzelberatung steht Zeit zur Verfügung. Der Weg führt an den Legocomputern der Klasse 12 HBI (Informationsverarbeitung) vorbei und lädt zum Verweilen ein. „So etwas gehört zum Unterricht?“, fragt eine Mutter den Oberstudienrat Herrn L. Voigt begeistert, während ihr Sohn bereits Informationen von zwei Schülerinnen über die Ausbildung mit paralleler Fachhochschulreife erhält. „Welche Zugangsnoten brauche ich für weiterführende Schulformen? Was raten Sie, wenn ich in Mathematik eine gute oder schlechte Note habe?“ Viele Fragen können geklärt werden. Viele Besucher sind begeistert über die Möglichkeit ein Praktikum im Ausland zu absolvieren. Die BSG bietet hier eines der umfangreichsten Programmangebote in Deutschland überhaupt an,  die Schule ist als bewährter Erasmus plus Partner in Europa umfangreich vernetzt.

Mechanischen Schreib- und Rechenmaschinen sind ausgelöst. Computer der frühesten Generationen sind in Betrieb genommen: Ein interessante Zeitreise durch die Bürotechnik wird geboten. Einige Eltern sind mit der Bedienung der Geräte noch bestens vertraut, die Jugendlichen freuen sich über den Spieltrieb der Eltern. Die  moderne IT-Infrastruktur der Schule ist das Kontrastprogramm, der technische Wandel verändert das Lernen in beruflichen Schulen ständig.

Beim Gang durch den Neubau bieten Schülerinnen und Schüler Blutdruckmessung, Handmassagen und viele gute Gesundheitstipps an. „Da fühlt man sich wie im Beruf“, sagt Ingo und konzentriert sich auf die Messung. „130 zu 80, Sie haben einen niedrigen Blutdruck!“, so der kostenlose Gesundheitscheck der Klasse 11 BFG, die zum mittleren Abschluss führt. Die Parallelklasse mit dem Schwerpunkt Ernährung brät fleißig Kartoffelpuffer und verkauft Plätzchen aus eigener Herstellung.

Die angehenden Erzieherinnen präsentieren sich als kreative Schöpferinnen von Weihnachtskarten und Töpferwaren, gehen auf eine Kunstreise mit Graffiti, Impressionismus u. v. m. Sema fragt, was sie tun kann, um den mittleren Abschluss nach der Hauptschule zu erreichen, denn sie möchte gern Erzieherin werden. Manche Eltern interessieren sich für eine Führung durch die Schule, die von kompetenten Kollegen angeboten wird.

Dabei zeigte sich auch der Beratungsbedarf für Jugendliche ohne Hauptschulabschluss, den die Kollegen des BBV (Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung) im Rahmen einer Teestube deckten. Hier kann der Alternssimulationsanzug GERT erprobt werden, Schulleiter Stolz altert um 40 Jahre in wenigen Minuten und wird ganz nachdenklich. Das Bildungssystem der Beruflichen Schulen erweist sich als Chance für alle Schülerinnen und Schüler, die sich mit ihrem Abschluss nicht zufrieden geben wollen.

Vielen Eltern besuchen auch mit jüngeren Schülerinnen und Schülern die BSG, denn die Berufsschule ist Kooperationspartner der Mittelstufenschule Solgrabenschule. Ein hervorragende Möglichkeit Allgemeinbildung und Berufsbildung ab der 8. Klasse frühzeitig zu verknüpfen. Über die Hälfte des akademischen Nachwuchses in Deutschland geht einen Weg über die Berufsschule, dieser Wert wird steigen. Viele Unternehmungen und Einrichtungen benötigen dringend Nachwuchs im Wetteraukreis.

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