Hessischer Gesundheitspreis 2017 mit Wetterauer Beteiligung

Bereits zum sechsten Mal wurde Anfang November der Hessische Gesundheitspreis im Wiesbadener Landtag durch den hessischen Staatsminister für Soziales und Integration Herrn Stefan Grüttner verliehen. Mit dem Preis werden herausragende Projekte und Initiativen ausgezeichnet, die die Gesundheit der hessischen Bevölkerung fördern und unterstützen. Aus über 70 Bewerbungen in diesem Jahr überzeugten sechs Initiativen die Jury in besonderer Weise. Hierzu gehörte das Projekt „Kairos“ der Deutschen PalliativStiftung in Fulda – eine Initiative mit Wetterauer Beteiligung.

Die Preisträger bei der Übergabe der Urkunde durch den hessischen Staatsminister für Soziales und Integration Herrn Stefan Grüttner

Oberstudiendirektor Andreas Stolz und Studienrätin Dr. Anja Stöbener freuen sich über den Erfolg des Projektes

Seinen Anfang nahm das Projekt Anfang 2016. „Sterbehilfe“ war Thema im Religionsunterricht an den Beruflichen Schulen am Gradierwerk in Bad Nauheim. Im Rahmen der Vorbereitung bemerkte Studienrätin und Religionslehrerin Dr. Anja Stöbener recht schnell, dass es an attraktiven, speziell auf Jugendliche und junge Erwachsene zugeschnittenen Aufklärungs- und Lehrmaterialien mangelt. Parallel dazu zeigten die Schülerinnen und Schüler eine große Offenheit und stellten immer wieder interessierte Fragen. Damit wandte sich die Pädagogin an die Deutsche PalliativStiftung mit Sitz in Fulda. Deren Vorstandsvorsitzender, der Palliativmediziner Dr. Thomas Sitte, beantwortete diese aufgeschlossen und für Jugendliche gut verständlich. So entstand seitens Dr. Anja Stöbener die Idee, gemeinsam Unterrichtsmaterial zum Themenkomplex Sterben, Tod, Sterbehilfe und Palliativversorgung zu entwickeln, welches mit Mitteln des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration finanziell gefördert und schließlich zum Jahresende 2016 unter dem Titel „Am Start das Ziel im Blick haben – Leben und Sterben gehören zusammen“ - im Deutschen PalliativVerlag publiziert wurde.

 

Auf dem Weg dorthin lagen unzählige Stunden ehrenamtlichen Engagements. (Palliativ)medizinische, rechtliche und ethische Gesichtspunkte wurden adressatengerecht aufbereitet, mit didaktischen und methodischen Aspekten verknüpft und in konkret einsetzbare Arbeitsmaterialien von Jahrgangsstufe 8/9 bis zur Oberstufe überführt. Abgerundet wurde das Arbeitspaket u. a. durch Interviews und Statements von in der Palliativ- und Hospizversorgung tätigen haupt- und ehrenamtlichen Personen, sowie Rätseln und Spielen zur Steigerung der Lernmotivation.

 

Eine im letzten Jahr von Dr. Anja Stöbener durchgeführte Umfrage unter 200 Schülerinnen und Schülern zeigte hierbei deutlich auf, dass in der Tat großer Aufklärungsbedarf besteht. So gaben z. B. über 75% der Befragten an, nichts oder nur wenig mit dem Begriff „Palliativmedizin“ anfangen zu können.

 

Ausdrücklich befürwortet wurde das Engagement durch den Leiter der beruflichen Schulen am Gradierwerk, Herrn Oberstudiendirektor Andreas Stolz. „Nicht nur, weil wir eine berufliche Schule mit dem Schwerpunkt Gesundheit sind, sondern auch, weil es uns wichtig ist, dass sich unsere Schülerinnen und Schüler mit essenziellen Lebensfragen auseinandersetzen und einen eigenen Standpunkt entwickeln“, begründet der Schulleiter die kontinuierliche Unterstützung des Vorhabens.

 

Mitte 2016 erfolgte dann die Zusammenführung des Unterrichtsmaterials mit einem weiteren Projekt der Deutschen Palliativstiftung, den „Sarggeschichten“. Diese von den Berliner Filmemachern Sarah Benz und Jan Möllers produzierten Videoclips bieten über Social Media Kanäle wie YouTube niedrigschwellige Informationsangebote und sollen unter anderem dazu dienen, Ängste vor dem Sterben abzubauen, den Themen ihre Tabuisierung zu nehmen und sich frühzeitig um Fragen von Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung zu kümmern.

 

Da sich das Unterrichtsmaterial und die „Sarggeschichten“ hervorragend kombinieren lassen und ergänzen, wurde aus beiden Einzelvorhaben das Projekt „Kairos“, welches einen der mit 2.000 Euro dotierten Preise erhielt.

 

„Wir freuen uns, dass wir mit unserem Projekt die Jury überzeugen konnten. Wir wollen damit zeigen, dass die Themen Tod und Sterben keine Tabuthemen sind. Auch Jugendliche sollen angemessen darüber informiert werden und sich mit dem Thema auseinandersetzen“, sagte die Geschäftsführerin der Deutschen PalliativStiftung, Elke Hohmann, im Rahmen der Preisverleihung.

 

Die Printversion des Unterrichtsmaterials kann über die Homepage der Deutschen PalliativStiftung bestellt werden. Dort steht auch eine digitale Version zum Download bereit.

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