Berufserfahrung im Ausland ̶ Europakompetenz durch Erasmus+

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Europapass 2016

Erasmus plus Programm an den Beruflichen Schulen am Gradierwerk - Studierende der Fachschule für Sozialwesen erhalten Europapässe

„Jetzt kann ich viel besser verstehen, wie es ist, sich fremd zu fühlen.“

 

Diesen Satz haben wir an den Beruflichen Schulen am Gradierwerk, in der Abteilung Fachschule für Sozialwesen, in den letzten Wochen oft gehört. 20 angehende Erzieherinnen und Erzieher haben in der Zeit zwischen den Sommer- und den Herbstferien 2016 sechs Wochen lang ein ausbildungsrelevantes sozialpädagogisches Fachpraktikum im europäischen Ausland absolviert.

 

Die Studierenden präsentierten mit einem gelungenen Marktplatzsetting ihre Arbeitsfelder in den europäischen Einrichtungen und nahmen mit Freude die Europässe in Empfang, in denen ihre erworbenen interkulturellen Kompetenzen dokumentiert sind. 

Die Studierenden waren in Finnland, Italien, Schweden, Polen, Malta, Spanien, England, Irland und der Türkei in unterschiedlichen elementarpädagogischen Arbeitsfeldern tätig.

 

Durch die Aufenthalte, die vom Erasmus+ Programm der Europäischen Union finanziell ermöglicht werden, konnten angehende Erzieher und Erzieherinnen ihre beruflichen Kompetenzen erweitern. Genauso wichtig waren die neuen Erfahrungen, die sie hinsichtlich der Sprache, der Kultur und ihrer Persönlichkeitsentwicklung machen konnten. „Ich bin selbstbewusster geworden, weil ich mich alleine zurecht finden musste“; stellen viele Studierende der Fachschule für sich fest.

Europapass 2015

Europapassverleihung - Berufliche Erfahrung im europäischen Ausland sammeln - die BSG ermöglicht dies seit vielen Jahren in der Ausbildung

 

Der Arbeitsmarkt stellt vielfältige konkrete Anforderungen an junge Arbeitskräfte: Hierzu gehören auch berufliche Erfahrungen im Ausland und die hierdurch zu erwerbenden Kompetenzen. 27 angehende Erzieherinnen und Erzieher haben die Chance ergriffen und ein Praktikum im europäischen Ausland absolviert. Sozialpädagogische Einrichtungen in Spanien, Dänemark, Schweden, Malta, Ungarn, Polen, Italien, Irland und den Niederlanden waren in diesem Jahr Kontraktpartner im Rahmen des Erasmus plus Projektes der Beruflichen Schulen am Gradierwerk in Bad Nauheim.

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Praktika im Ausland

Das Besondere

Rund der Hälfte der Studierenden eines Jahrgangs der Fachschule für Sozialpädagogik wird im zweiten schulischen Ausbildungsjahr die Möglichkeit geboten, ihr obligatorisches sechswöchiges Praktikum im europäischen Ausland zu absolvieren.

 

Die Organisation

Die Studierenden werden zuvor ausführlich sprachlich und kulturell im Rahmen eines Wahlpflichtfachunterrichts auf den Auslandsaufenthalt vorbereitet. Während des Aufenthalts werden sie von ihren deutschen Lehrkräften besucht und vor Ort von Bezugspersonen betreut.

 

Der Gewinn

Das Auslandspraktikum dient vor allem dazu, interkulturelle Kompetenz zu erwerben, Fremdsprachenkenntnisse zu erweitern und sich persönlich weiterzuentwickeln. Die Studierenden erhalten eine finanzielle Förderung im Rahmen von Erasmus+, durch die die Reise- und Aufenthaltskosten abgedeckt werden.

Inklusion

Studienfahrt Bozen (hier geht es zur Power Point Präsentation)

Vielfalt wird in unserer Gesellschaft bislang nicht als Normalität wahrgenommen, von Chancengleichheit sind wir noch weit entfernt. Insofern muss die Annäherung an das  Thema Inklusion auch im pädagogischen Kontext immer zunächst über eine Auseinandersetzung mit Vielfalt erfolgen.

Um Inklusion erfahren, erleben und verstehen zu können, fuhren drei Kolleginnen zu einer Studienfahrt nach Südtirol, um vor Ort ein inklusives Bildungssystem kennen zu lernen. Die Strukturierung des inklusiven Bildungssystem Italiens, hier am konkreten Beispiel Südtirols, zeigt auf, wie die Entscheidung das gesamte Bildungssystem betrifft und prägt. Dort konnten wir in verschiedenen  Einrichtungen, vom Kindergarten bis zum Ende der Sekundarstufen und darüber hinaus, einen Einblick in die inklusionsbejahende Haltung und individuumsorientierte Arbeit der Pädagoginnen und Pädagogen erhalten.   

In Südtirol ist das Bildungssystem seit mehr als 30 Jahren inklusiv. Das bedeutet konkret dass es neben den Kindergärten, Grund-Mittel-Ober- und Berufsschulen keine Sonder- und Fördereinrichtungen gibt und dass alle Kinder und Jugendliche gemeinsam die gleichen Kindergärten und Schulen besuchen.

Bei den Hospitationen in den KiTas, Schulen und Behindertenwerkstätten sowie dem Besuch im dortigen Schulamt, lernten wir die vier maßgeblichen Faktoren zur Gewährleistung des Rechts auf Bildung für Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen und Beeinträchtigung kennen:

  • Gesetzlicher Rahmen
  • Personelle und finanzielle Ressourcen
  • Unterstützungssystem
  • Angemessene strukturelle Voraussetzungen       

 

Gesetzlicher Rahmen

Das Recht auf Bildung und auf gemeinsame Beschulung ist seit 1992 gesetzlich geregelt und rechtlich einklagbar. Wir erfuhren im Schulamt das es gesetzliche Vorgaben gibt zur Feststellung der Behinderung durch das Gesundheitsamt um benötigte personelle und finanzielle Ressourcen freizuschalten. Durch die Feststellung von verschiedenen Störungsbildern mit unterschiedlich starken  Auswirkungen auf den Entwicklungs- und Leistungsstandes, können die notwendigen therapeutischen Angebote und/oder spezifische pädagogisch- didaktische Maßnahmen angefordert werden.

Daraus entwickelt sich dann der individuelle Erziehungsplan (IEP), der in Zusammenarbeit mit den Betroffenen selbst- je nach Alter entsprechend- den Eltern bzw. den Erziehungsberechtigten, dem Kindergartenteam, dem gesamten Klassenrat, den Bezugspersonen und den einzelnen Fachkräften, erstellt wird.

Inhalte des IEP:

  • Ausgangslage
  • Wesentliche Daten zur bisherigen Kindergarten- bzw. Schullaufbahn
  • Beschreibung des aktuellen Entwicklungsstandes
  • Schwerpunkte der individuellen Maßnahmen im pädagogischen-didaktischen und therapeutischen Bereich
  • Planung der Individuellen Zielsetzung
  • Evaluation der durchgeführten Maßnahmen und erzielte Ergebnisse
  • Zuständige Ansprechpersonen und Kooperationspartner

 

Dieses IEP wird bei jedem Übergang vom Kindergarten in die Grundschule und weiterführende Schule weitergereicht, überprüft und aktualisiert. Daraus ergeben sich dann letztendlich differenzierte Lernwege, differenzierte Bewertungen und differenzierte Prüfungen.

 

Personelle und finanzielle Ressourcen

Zur Unterstützung der Inklusion können den Kitas und Schulen zusätzliche Personalressourcen zugewiesen werden:

 

Integrationslehrperson/IntegrationserzieherIn

  • Didaktische und pädagogische Aufgaben
  • Erstellung und Überprüfung des IEPs
  • Planung und Überprüfung der Differenzierungsmaßnahmen

MitarbeiterIn für Integration

  • Verrichtung der Alltagshandlungen (Fortbewegung, Essen…
  • Pflegerische Tätigkeiten bei schwerwiegenden Diagnosen

SozialarbeiterIn

  • Aufgaben betrifft die ganze Schulgemeinschaft
  • Elternhaus und außerschulischen Partner
  • Entwickelt pädagogisch sinnvolle Lösungen bei schwierigen Erziehungssituationen

 

Diese Fachkräfte mit unterschiedlicher Ausbildungen, sind im Klassenrat ein vollwertiges Mitglied und nehmen auch mit Stimmrecht an den Bewertungskonferenzen teil. Zusätzlich werden auch finanzielle Mittel zum Ankauf von speziellen Lehr- und Hilfsmittel zur Verfügung gestellt.

 

Angemessene strukturelle Voraussetzungen

  • Abbau von architektonischen Barrieren
  • Ankauf und Einbau von Hilfsmittel
  • Zurverfügungstellung eines Planes der außerschulischen vorhandenen Ressourcen. Kulturelle, sportliche, erzieherische Einrichtungen sowie Freizeiteinrichtungen.

 

Als Schlussfolgerung unserer Studienreise können wir wohl sagen, dass ein inklusives Bildungssystem auch ein inklusives Umfeld braucht, und durch entsprechende Ziele der Bildungspolitik unterstützt und ermöglicht werden muss. Ferner ist die Sensibilisierung im Umgang mit Unterschiedlichkeit und Benachteiligung eine wichtige Voraussetzung um inklusiv zu arbeiten. Dies betrifft nicht nur Kinder mit einer geistigen oder körperlichen Beeinträchtigung, sondern auch Kinder mit ungünstigem sozialem und familiärem Hintergrund. So können wir sagen die Idee der BSG unseren Sozialassistenzen eine Zusatzzertifizierung zur Inklusionsfachkraft zu ermöglichen, ein erster Schritt in die richtige Richtung ist. Wir freuen uns schon auf unsere nächste Reise nach Südtirol. diesmal mit unseren InklusionsschülerInnen zu einer einwöchigen Hospitation in den verschiedenen Einrichtungen.

 

Autorin: Eva Sauer

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